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Kurzer Lebenslauf von Micho Mossulischwili

© Photo by Ako Kharistvalashvili, 2016


Kurzer Lebenslauf von Micho Mosulishvili


Name: Mossulischwili

Vorname: Micho

Ausbildung:
* 1986 - Studium der Geologie an der Staatlichen Universitaet Tbilissi mit dem Nebenfach Kinodramaturgie

Berufserfahrung:
Geologe, Pressekorrespondent, Redakteur bei verschiedenen literarischen Zeitschriften

Preise:
* 7. März, 1998 - "Preis der Wuerde" durch den georgischen Präsidenten
* 2005 - Zweiter Preis des Moskauer internationalen literarischen Wettbewerbs "Bekari" (literarische Werke ueber Musik) bei der Nomination fuer Jazz und Rockmusik mit der Erzaehlung "Urakparaki" ("Oednis")
* 3. Dezember 2006 - Preis des literarischen Wettbewerbs von Athen.
* 8. Oktober 2011 - Gala (Literaturpreis) für biographische Buch Wascha-Pschawela in der Kategorie Bestes Handbuch
* 20. März 2012 - Preis für die Novelle Die achte Kugel auf der Literarischen Konkurrenz Litbunioba
* 27. August 2012 - Silberpreis Verlagshaus Ustari für filmu-roman Helessa+synopsis auf Dem Gipfel-Marktwirksamkeitspreis (Gipfel MEA) in der Kategorie: Niedrigeres Budget
* 12. Dezember 2012 - Preis für das drama Wascha-Pschawela Oder das Sehen Unbekannt auf der Konkurrenz ,,Neues georgianisches bühnenwerk 2012” durch Der ,,Fonds des Theaters Tumanischwili”

Micho Mossulischwili veroeffentlichte als Autor in Georgien bislang 15 Bücher (Erzaehlungen, Romane und Buehnenstuecke). Dazu hat er drei Romane von Boris Akunin aus dem Russischen ins Georgische uebersetzt. Seine Buehnenstuecke wurden von den georgischen Theatern, im Rundfunk und im Fernsehen aufgefuehrt.
Viele seiner Werke wurden ins Englische, Deutsche, Armenische und Russische uebersetzt.
Er ist verheiratet und hat eine Tochter.

Weihnachtsgans mit Quitten von Micho Mosulischwili


Weihnachtsgans mit Quitten
von Micho Mosulischwili

Dialog 22

Zwischen Orient und Okzident
Theaterstücke aus Georgien

Herausgegeben von Manana Tandaschwili

Verlag: Theater der Zeit, Klosterstraße 68-70, 10179 Berlin
Klappenbroschur mit 328 Seiten, 
Format: 140 x 190 mm
ISBN 978-3-95749-061-2
Das Erscheinungsjahr: 2015

Micho Mossulischwili © Miniaturen



Micho Mossulischwili

Miniaturen


Suggestive Elemente


Ein literarischer Text ist wie eine Glocke.
Wir lesen den Text – aus der Glocke erklingt der Ton.
Wir sind mit dem Lesen fertig – und in der Glocke bleibt ein Tönen: Ein Summen nach dem Ton.

Und ich bin überzeugt: einen literarischen Text ohne ein solches Summen gibt es überhaupt nicht, egal ob der Autor davon weiß oder nicht ...




Ein Tanz über die Felsen

Dem Felsentiger
Micheil Chergiani
gewidmet


Eines Tages im Herbst 1968 nahm mich, einen sechsjährigen Knaben, mein Onkel mit in den botanischen Garten von Tiflis, um dem Training der Kletterer zuzusehen.
Und da erblickte ich, als ich auf einem ausgesprochen elitären Platz saß, d.h. auf den Schultern meines Onkels, ein erschütterndes Schauspiel.
Nein, das konnte man nicht als „Klettern“ bezeichnen.
Das war ein Tanz auf den Felsen! Oder von den Felsen herab! Oh, wie filigran, wie katzenartig bewegte sich vor allem einer von ihnen. Und tatsächlich, als ob er tanze, so gewandt klomm er die Felsen hoch. Mit nur einem Finger hielt er sich an Vorsprüngen, die die anderen gar nicht bemerkten.
„Wer ist er?“, fragte ich meinen Onkel.
„Wer?“, kniff er die sich durch das Sonnenlicht mit Tränen füllenden Augen zusammen und schaute mich an.
„Der da auf den Felsen tanzt.“
„Hat es dir gefallen?“, freute sich mein Onkel. „Das ist der Felsentiger“
„Und warum Tiger?“
„In den Zeitungen stand, dass er wegen seiner Fähigkeit, auch die kompliziertesten Felsensteige mit unglaublicher Geschwindigkeit entlangzulaufen, von englischen Alpinisten den Spitznamen ‚Felsentiger‘ bekommen hat.“
„Und wie heißt er wirklich?“
„Mischa Chergiani!“
„Wirklich? Ich heiße doch auch Mischa!“, freute ich mich.
„Ja, ihr seid Namensvettern“, lächelte mein Onkel. „Man sagt auch, dass er, wenn er sich mit nur einem Finger an einem blanken Felsvorsprung hält, eine ganze Woche über dem Abgrund hängen kann, ohne dabei keuchen zu müssen.“

Später sah ich viele Filmausschnitte über Chergianis Kletterkunst. Aber dieses erste Mal, als ich ihn in den Felsen des Botanischen Gartens von Tiflis sah, hat sich mir für immer in mein Gedächtnis eingeprägt. Tief beeindruckt von dem Gesehenen kehrte ich nach Hause zurück und kann es seitdem nicht mehr vergessen. Das, was ich damals empfand, kann ich nur mit dem Augenblick vergleichen, als ich zum ersten Male Nino Ananiaschwili sah, deren Auftritte man als Balletttänze bezeichnet. Aber ich bin davon überzeugt, dass sie auf der Bühne nicht tanzt, sondern fliegt, so wie die Vögel über den Bergen fliegen.

Ich war damals sehr stolz darauf, denselben Namen wie dieser bewundernswerte Alpinist zu tragen. Und so mochte ich ihn wie ich meinen eigenen Onkel mochte.

Als man im Fernsehen das Ableben Mischa Chergianis bekannt gab – es war 1969 –, kletterte ich heimlich auf unser Dach, damit es meine Familie nicht bemerkte, und weinte heftig und untröstlich.

Damals hasste ich diese verfluchten italienischen Alpen. Mein Mischa Chergiani war von der Wand des Cima su Alto herabgestürzt. Das heißt er stürzte nicht, er flog. Und in eben diese Alpen, auf der Höhe des Monte Rosa, blickte mein Fore Mossulischwili, als er sich eine Kugel in die Schläfe jagte, weswegen die Faschisten vierzehn Partisanen nicht erschossen.

Gott, wie oft habe ich darüber nachgedacht, was Mischa Chergiani bei seinem Sturz gefühlt und was Fore Mossulischwili vor seinem unausweichlichen Tod gedacht haben mag ...

Ich durfte es 1987 erfahren. Es war Ende August. Ich arbeitete damals als Geologe in den Hochgebirgsregionen des Kaukasus, in der Schlucht des Flusses Aragwi, wo die Landschaft Pschawi liegt. Beim Abstieg von einem namenlosen Berg stürzte auch ich aus den Felsen und flog … Ich erinnere mich genau, dass ich mich drei Mal in der Luft überschlug.

Dieser Felsen war nicht ganz senkrecht. Deshalb schlug ich beim Fallen einige Male gegen seine Vorsprünge. Und als das Fallen vorüber war, verlor ich ziemlich schnell das Bewusstsein. Aber davor konnte ich mich noch über den Glanz zahlreicher aufgehender kleiner Bergsonnen wundern. Und es gelang mir sogar, den Kameraden zu rufen, der zusammen mit diesen Sonnen zu mir gelaufen kam. All das bedeutet, dass auch ich auf meine Art über die Felsen getanzt bin.
Meinen kleinen Felsen an dem namenlosen Berg in Pschawi kann man niemals mit dem siebenhundert Meter hohen Cima su Alto vergleichen, einer Höhe des Schwierigkeitsgrades VI, wo mein Mischa Chergiani tanzend fünfhundert Meter in die Höhe stieg, ehe er abstürzte. Aber ich weiß, was ein Mensch im Fallen empfindet:
„Ach, Herr, was war das? Ich flog in einem seltsamen rosenfarbenen Raum und mir war traurig zumute, dass ich nicht mehr schreiben würde, was ich schreiben sollte ...
Und dann nichts, vorbei ...

Ich setzte meinen Flug fort ins Nirgendwo. Ich hatte keine Angst, kein Leiden und überhaupt keine Schmerzen. Ich sah alles auf ein Mal: alles, was mir bei meiner Arbeit als Geologe passierte, als ich an der Universität studierte, noch früher als ich in die Schule ging. Und meine Kindheit flog vorbei, ich wollte nicht, aber man führte mich trotzdem in den Kindergarten. Kurz gesagt, allmählich wurde ich ein Junge und ich erinnerte mich an alle damaligen Gefühle und Gedanken ... Und ich saß im botanischen Garten bei meinem Onkel auf den Schultern und sah – oh, wie filigran, wie katzenartig sich einer von ihnen bewegte. Und tatsächlich, als ob er tanze, so gewandt klomm er die Felsen hoch. Mit nur einem Finger hielt er sich an Vorsprüngen, die die anderen gar nicht bemerkten.

Mein ganzes Leben zog vor meinen Augen vorbei oder aber ich zog vor meinem Leben vorbei ...
Und weiter. Der rosafarbene Raum war zu Ende und ich flog in einen ungewöhnlich blauen Himmel.
Ich atmete befreit auf.
Die Zeit verschwand irgendwohin, derentwegen ich, wie sich herausstellt, soviel gelitten hatte. Die Zeit, die im Raum das heutige Georgien vom alten Sumer abtrennt, eine gewöhnliche Kuh von einem Dinosaurier, die kaukasischen Berge vom Himalaya und so weiter. Der Zeit folgte der Raum nach. Wo es keine Zeit gibt, da bedarf es auch keines Raumes.
Deswegen fühlte ich mich zu Beginn sehr angenehm. Aber dann verspürte ich plötzlich die Lust, von dort weg zu laufen oder aufzuwachen, damit sich all dies nur als ein Traum erweise. Und vom Horizont her bewegte sich eine weiße Wolke auf mich zu, und ich war davon überzeugt, dass sie lebte. Sie segelte, die Wolke, genau auf mich zu segelte sie. Und ich konnte nicht mehr irgendwohin weiter weg entfliehen.
Dann hörte ich eine unheimliche Stimme, der ich mich, wie es schien, mit meinem gesamten Leben unterwarf. Und diese Stimme nahm mich nicht auf, und ich verstand, dass ich zurückkehren musste.
Ich kehrte in den blauen Himmel zurück, kam wieder in den rosenfarbenen Raum – und begann wieder langsam erwachsen zu werden, man führte mich in den Kindergarten, ich lernte erst in der Schule und dann auf der Universität, wo ich begann, Erzählungen zu schreiben und mich freute, dass ich noch sehr viel schreiben kann, ich arbeitete als Geologe, bis ich von einem Felsen stürzte ...“

Ich zitierte hier eine Passage aus meiner Erzählung, die ich sieben Jahre nach meinem Fall schrieb und folgendermaßen betitelte: „Der Fels als meine Prüfung“. Als ich sie wieder las, schien mir die ganze Zeit, dass dort irgendetwas fehle. Und jetzt weiß ich es ...
Von nun an ist diese Erzählung dem „Felsentiger“ gewidmet, Micheil Chergiani.

Und davon, dass ich im Alter von sechs Jahren tatsächlich mit diesem genialen Alpinisten zu tun hatte, zeugt auch die Erinnerungsmedaille mit einem Spruch von Micheil Chergiani selbst: „Ich habe euch gemocht, Leute.“

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* „MOSSULISCHWILI, Fore (1916-1944), Held der Sowjetunion (1990). In der Roten Armee seit 1939. Im aktiven Militärdienst seit Juni 1941. Hauptfeldwebel. Organisierte 1944 in der Gefangenschaft die Flucht von etwa 70 Kriegsgefangenen aus einem faschistischen Lager in Italien. Die Gruppe vereinigte sich unter Mitnahme einer großen Menge an Waffen und Munition mit den italienischen Partisanen, den Garibaldisten. Wegen seines ungewöhnlichen Mutes, seiner Tapferkeit, Selbstbeherrschung und großen organisatorischen Fähigkeiten wurde M. zum Gehilfen eines Kommandeurs der internationalen Partisanen, einer Abteilung der 118. Brigade, ernannt. Starb in einem der Kämpfe im Dezember 1944.“

2006-05-06



Der alte Fischer


Unlängst hatte ich ein merkwürdiges Gefühl: als ob ich in meiner eigenen Stadt und sogar in meinem Land ein Emigrant wäre, der schon ausgezeichnet die Sprache der Einheimischen gelernt hat, aber die Menschen und ihr Verhalten noch nicht verstehen kann ...

Und ich erinnerte mich an das Tiflis der 80er Jahre. Es war völlig anders. Ich erinnere mich an eine prächtige Ausstellung des Künstlers Omar Durmischidse in der damaligen Stadt.

Und besonders blieb mir ein Bild mit der Bezeichnung „Der alte Fischer“ im Gedächtnis haften.

Ein alter Fischer sitzt auf dem Bürgersteig einer dunklen Straße mit einer Kiste vor sich. Er rückt einen Fisch in dieser Kiste zurecht und blickt völlig hoffnungslos und einsam. Er sitzt so merkwürdig, dass die Falten seines Hemdes und seines Gesichts ein und dieselbe Form haben.

Und wenn du näher trittst, entdeckst du plötzlich ganz kleine Funken von Hoffnung in seinen Augen: kaufst du vielleicht seinen Fisch?

Wenn du von dem Bild weiter weg gehst und noch einmal darauf blickst, siehst du diese weißen kleinen Funken nicht mehr. Und du hast auch diesen Fisch nicht gekauft.

Gehst du wieder zu dem alten Fischer hin, erkennst du die Stückchen Hoffnung in seinen Augen; und wenn du dich von ihm entfernst, verschwinden die kleinen Funken wieder.

Man könnte denken, dass es einfach eine Illusion sei. Aber so oft du es auch wiederholst, du erhältst dasselbe Ergebnis.

Ich war damals zwanzig Jahre alt, und ich ging mir fast jeden Tag dieses Bild anschauen.

Ich erinnere mich an dieses Bild so deutlich, dass ich den Alten erkennen kann, das heißt ich kann ihn mir vorstellen und sehr genau in Erinnerung rufen.

Ich schaue nicht einfach, sondern fühle auch, dass das ich bin, dieser Fischer, der aus seiner Zeichnung auf euch schaut, mit ganz kleinen Funken der Hoffnung in den Augen. Und kauft vielleicht jemand meinen Fisch?



Ein unerwartetes Porträt des Meisters


„Oh, groß, zu groß.“ Seine großartigen Personen könnten die Welt erschüttern, sagte er mir nachdenklich und fuhr nach einer Pause fort: „Aber ein normaler Mensch ist nicht so ...“

„Und Sie?“, fragte ich.

„Aber ich bin doch klein. Ich bin müde und kann nicht einmal mehr ohne meinen Stock gehen. Siehst du, ich sitze hier, im Schatten dieser alten Eiche, und mag nicht mehr nach oben blicken und etwas zur Unzeit sagen. Ich schaue nur noch aufmerksam nach unten, beobachte die Ameisen, die eine vielfach schwerere Last als sich selbst tragen.“ Und er schwieg, erwartete vielleicht eine Antwort von mir.

„Ich will nicht groß sein wie dieser … Betrachten Sie mich bitte so wie eine von diesen Ameisen hier“, antwortete ich.

Und er lächelte so, wie nur er und kein anderer es vermochte: verständnisvoll, aber mit einer wehmütigen Trauer in den Augen, und legte mir seine schwielige rechte Hand auf den Kopf.

Dann begann er, sich mit Hilfe seines Stockes zu erheben.

Er stand sehr langsam auf.

Er stand auf den Beinen, stand ...

Und so ging er fort, gestützt auf den Stock.

Ging fort, ging fort ...

Und war verschwunden.

Er war ein großartiger Mensch.

„Ich schreibe nur, wenn sich meine Seele nach einem Gebet sehnt“, so sprach er ...

Und du Kleinkrämer, scheue dich nicht vor seiner Einfachheit, bezeichne ihn nicht als „Dorfschriftsteller“!

„In seinem Dorf war ein ganzes Land enthalten oder, wenn du so willst, eine ganze Welt ...“

Aber ich weiß: für dich ist es notwendig, dass man ihn zuerst in Europa oder irgendwo anders als einen großen Schriftsteller bezeichnet, so wie man Niko Pirosmanaschwili als Künstler bezeichnet hat, und dann aber fängst du an zu weinen: „Also, er war doch ein genialer Schriftsteller ...“

„Aber das sind Krokodilstränen“, sagt man, „so weinen die Krokodile, wenn sie jemanden schon fressen.“


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* Rewas Inanischwili (1926-1991), bedeutender Novellendichter und ebenso Autor von Film-Drehbüchern, darunter auch international so bekannten wie „Pastorale“ (mit Otar Iosseliani) und „Der Wunschbaum“ (mit Tengis Abuladse).
Allein sein Spruch: „Im Dorfe Sartitschala lebte eine Alte namens Kiknadse, hundertundzehn Jahre alt, die beschwerte sich mit aufrichtiger Bitterkeit: Es gibt keinen unglücklicheren Menschen auf der Welt als mich: schon sechzig Jahre lang bin ich eine alte Frau ...“,allein dieser Spruch reicht, um zu sagen, was für ein Meister er war (für den Autor dieser Miniatur auf jeden Fall). Nicht geringer als Ryûnosuke Akutagawa oder auch Iwan Alexejewitsch Bunin. (Welche Rewas übrigens beide sehr mochte und verehrte!)




Ein Brief von Jeanne d'Arc


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From: "Jeanne d'Arc" <......................> / This is Spam / Add to Adress book
To: "Mikho Mosulishvili" <.......................>
Subject: Ein Brief von Jeanne d'Arc
Date: Wed, 14 Jan 2003 02:35:29-0500

Ich grüße Dich, geehrter Schriftsteller mit dem komischen Namen – Micho, alte Fischhaut! Du bist unsere ewige Anekdotenfigur ähnlich wie der unvergleichliche Hodscha Nasreddin ...
Eine gute Freundin von mir hat mir gerade Dein Büchlein „Flug ohne Fass“ geschickt. [Titel eines humoristischen Romans von Micho Mossulischwili über die Abenteuer nigerianischer Asylanten in Deutschland unter Anspielung auf Fausts Fassritt in Auerbachs Keller] Ich habe es gelesen und bin beinahe vor Lachen schon vor der mir zugemessenen Lebenszeit gestorben.
Du warst wahrscheinlich in Deutschland. Aber ich hatte den Eindruck, dass Du niemals Geschichten aus einem der Nachbarländer, z.B. Belgien, gehört hast.
Also, meine Freundin hat mir Deine E-Mail-Adresse herausgesucht, und jetzt sitze ich da und tippe ein Briefchen an Dich alte Fischhaut.
Meine lustigen Abenteuer in Belgien haben ziemlich originell angefangen ...
Kurz gesagt – ein paar Bekannte haben mir einen ausländischen Pass besorgt, ein bisschen Geld, und mich dann nach Belgien geschickt. Dort war ich gezwungen, mich bei einer krassen Sache zu melden ... Bei einem Striptease-Klub im Keller, um überhaupt eine Beschäftigung für mich zu finden.
In Belgien verbringen die örtlichen Typen, also alle möglichen Banditen und Gauner, ihre Zeit im Wesentlichen mit Einbrüchen in Geschäftshäusern und der Erpressung von Bordellen, Kasinos, Striptease-Lokalen usw. Das lauft gewaltig, alte Fischhaut, wie geschmiert.
Der Inhaber dieses Striptease-Klubs ist ein ehemaliger Bulle, der wegen seiner Neigung zu jedem möglichen Rausch aus dem Dienst geworfen worden war. Er kam mit einem gefälschten Pass und unter falschem Namen hierher, aber dann organisierte er sich einen belgischen Pass und wurde hier Staatsbürger. Er legte sich einen französischen Namen zu, François, und nahm den Familiennamen Gamba an. Er wurde dem Äußeren nach ein respektabler Mensch, blieb aber ein ebenso verkommenes Subjekt wie er es genau genommen auch schon vorher war.
Ich kam also dahin. Und sehe, dass sich da Gestalten aller Art herumtreiben. Eine von ihnen frage ich in Shakespearschem Geist aufs Geratewohl: „Was treibst du dich hier herum, du Schatten von Hamlets Vater?“ Es war aber der Chef selbst, dieser Gauner. Er sprach mich an, was ich denn wolle. Und zwar so, dass sich mir das Unterhemd umgekrempelt hat. Dann sagt er: „Du sollst als Appetitanreger einheizen!“ Und stellte mich ein.
Am Anfang gab's Tänzchen-Flirtchen-Küsschen, ich habe nur „als Appetitanreger“ getanzt.
Aber dann erwarb ich das Vertrauen von „François“ und habe angefangen, mich um die Kälbchen zu kümmern, die da illegal aus den postsowjetischen Ländern kamen.
„François Gamba“ hatte ein eigenes Bordell und brauchte daher diese Kälbchen ...
Nichts ist einfacher als aus irgendeiner postsowjetischen Stadt, welche du dafür geeignet hältst, Mädchen heranzuschaffen. Man schickt einem offiziellen Reisebüro einen Auftrag, dass „für eine gutbezahlte Arbeit in Belgien Mädchen mit geeignetem Aussehen benötigt werden, die die französische Sprache und modernen Tanz beherrschen, Alter 18-25 Jahre“. Für ein Mädel haben wir diesem Reisebüro hundert Dollar bezahlt. Außerdem, diese Büros, die aus Schuften und Lumpen bestehen, bekommen von jedem Kälbchen noch einmal je tausend Dollar. „Aber wir schicken Sie doch nach Europa! Zum Geldverdienen!“
Und wer hat es denn jetzt leicht?
Dummerchen gab es mehr als genug. Sie standen in Schlangen bei diesen Firmen an!
Wir gingen aber auf Nummer sicher und haben diesen Reisebüros unsere richtige Adresse nicht gegeben. Wir hatten ein Zimmer in Gent gemietet. Dort haben wir die menschliche Ware in Empfang genommen.
Die Kälbchen waren gerade mühsam bis nach Belgien gekommen. Dann lief alles nach einem gut durchdachten Plan ab. Einfach meisterhaft.
Wir setzten unsere neu angekommenen Mitarbeiterinnen in einen geschlossenen Transporter und schafften sie fort.
Nahe Antwerpen gibt es ein kleines Städtchen, Brasschaat, und gleich daneben einen kleinen Wald. In diesem Wald hatten wir ein kleines Forsthäuschen gemietet.
Damit die Kälbchen nicht abhauen konnten, haben wir den armen Dingern die Pässe weggenommen und ihnen gleich ins Gesicht gesagt, was sie eigentlich tun müssen.
Einen Tag mussten sie im Striptease-Klub arbeiten und dann den zweiten Tag im Bordell.
Pro Monat bekamen sie siebenhundert grüne Dollar plus diese kleinen Kupons, die ihnen unsere Kunden und Kundinnen für Latex-Mieder und -höschen zusteckten.
Diese Summe gaben wir den Mädels wirklich, aber der Witz ist, dass das in Belgien ein minimaler Lohn ist. Zum Vergleich: In Holland bezahlt man Frauen dieses Gewerbes etwa anderthalb tausend Dollar, das und noch mehr für eine Woche. Aber das gilt für die offiziellen Bordelle, wo sie die Staatsangehörigkeit dieses Staates haben müssen.
Wenn ich die Mädels zusammen mit dem Chef vor die vollendeten Tatsachen gestellt habe – du wirst es nicht glauben, alte Fischhaut – da waren viele völlig freiwillig damit einverstanden. Einige weinten ein bisschen zum Schein, sagten aber trotzdem: ja, wir werden als Appetitanreger einheizen, forderten aber unbedingt Garantien, dass sie auf jeden Fall das versprochene Geld bekämen.
Es gab auch solche, die bei dem Wort „Bordell“ anfingen zu jaulen oder in Ohnmacht fielen. Einige Degenerierte haben sogar versucht sich umzubringen.
Am Anfang haben wir sie auf die gute Art, nur mit netten Worten, getröstet. Wenn das nicht half und sie wieder zu sich kamen, gaben wir ihnen nichts zu essen. Und wenn das nicht wirkte, drohten wir ihnen, sie „auf Rauschgift zu setzen“.
Nur wenige Kälbchen wurden durch solch schreckliche Drohungen nicht gebrochen. Es gab aber auch solche, die Küchenschaben im Kopf hatten. Denen schlug „François“ vor, auf Firmenkosten nach Hause zurückzufahren ... Unter einer einzigen Bedingung: ein Mal musste ein solches Kälbchen im Striptease-Klub tanzen.
Wie sehr ein solches widerspenstiges Kälbchen auch schwankte, es war gezwungen, in den Tanz einzuwilligen. Und dabei wurde es mit versteckter Kamera aufgenommen … damit eine solche Jeanne d'Arc nicht diese ohnehin schon unangenehme Situation noch weiter verschärfen würde. Das heißt, dass sie nicht bei den Strafverfolgungsbehörden hier oder bei sich zu Hause anklopfen würde. In diesem Falle würden wir den Eltern und Verwandten dieser Unbeugsamen eine Kopie dieser Videokassette schicken, alte Fischhaut.
Nun, was blieb diesen Jeanne d'Arcs noch übrig? So oder so haben wir sie also überzeugt, dass sie wirklich nur ein einziges Mal … und dann nicht mehr!
Sie tanzte an diesem Abend, aber ... da war ein Missgeschick, haben wir erklärt und uns bei ihr entschuldigt. Die Kamera ist kaputt gegangen oder die Videokassette war beschädigt. Wahrscheinlich zu billig eingekauft. Du musst morgen noch einmal tanzen ...
Was sie sich auch gedacht haben mag, sie war einverstanden. Wir sollten sie nur nach Hause lassen. Damit diese Hölle hinter ihr blieb ...
Und auf diese Weise verstrickte sich Jeanne d'Arc langsam im Lügengewebe des „François Gamba“. Deinem Schicksal entkommst du nicht. Sie begann mit der Arbeit.
„Weiber an die Front!“, freute sich der Chef über seinen Lieblingsspruch, den er von seinen Banditen und Gaunern gelernt hatte.
Ja, ich lüg dich an, ich lüge! Was für Vereinbarungen? In normalen Bordellen geht’s meistens so zu: wenn das Mädel nicht sofort kapiert und einverstanden ist, gibt’s eins mit der Faust in die Schnauze, mit dem Fuß in den Bauch, na und dann wird sie vergewaltigt, so ist's üblich. Mit den hartnäckigsten kommt's noch schlimmer. Damit sie nicht ausbüxt, nehmen sie sie in einen Kreis von fünf oder noch mehr Jungs und ficken sie in alle Richtungen, vergessen nicht die Prügel dabei, klar. Und damit sie nicht ausrastet und etwa Hand an sich legt, das gibt es auch, setzen sie sie auf Rauschgift, klar. So läuft's! Aber unser Schurke hatte seine eigenen Methoden, eigentlich ganz gutmütige. Zumindest wenn man sie mit den anderen vergleicht. Und er hatte damit, stell Dir vor!, sogar großen Erfolg!
Gamba war Psychologe. Er wusste, von welcher Seite er kommen musste, wie er einschüchtern sollte. Nur einige wenige Kälbchen wurden von seinen „netten Vereinbarungen“ nicht überzeugt.
Übrigens, wenn es dich interessiert, die allerbesten Aufseherinnen und Fanatikerinnen in den Striptease-Klubs und Bordellen rekrutieren sich gerade aus diesen nachdenklichen kleinen Jeanne d'Arcs ...
In die illegalen Bordelle gehen im Grunde genommen völlig geschädigte degenerierte Männer und Frauen-Kretins. Du kannst dir vorstellen, was diese Verrückten und Perversen dann mit unseren Kälbchen machen ... Aber gerade diese Verrückten verschaffen „François Gamba“ und seinen Banditen und Gaunern den größten Gewinn.
Du wirst wahrscheinlich fragen, ob mir diese Mädchen nicht leid getan haben, denen ich so viel Übles zugefügt habe?
Wie ich schon vorhin gesagt habe, auch ich war so eine nachdenkliche Jeanne d'Arc, das zum ersten. Und diese E-Mail, die du gerade liest, schicke ich aus der Abteilung des örtlichen Krankenhauses, wo die Kranken liegen, bei denen die HIV-Infektion schon ins AIDS-Stadium gewechselt ist, das zum zweiten. Und frag bitte nicht, wie ich dazu gekommen bin. Höhere Sphären haben mir's so heimgezahlt, das ist ihre Art, dem ist der Verstand, die Vernunft des Menschen unterworfen, und nicht umgekehrt.
Und Du, alte Fischhaut, sag es allen Kälb... Mädels, dass sie nicht bei dieser Angel anbeißen sollen. Hier braucht sie keiner, keiner wartet hier auf sie. All diese Schönheiten sind für Europa insgesamt nur Gegenstände zum einmaligen Gebrauch. Punkt. Sie sind wie diese Plastikbecher, die man nach dem Kaputtmachen in die Mülltonne wirft. Das ist doch ein Leben von Küchenschaben ...
Übrigens, auch solche wie unseren Chef verwöhnt das Schicksal nicht immer. Es schlägt so zu, dass sich dir wieder mal das Unterhemd umkrempelt! „François Gamba“ fanden die hiesigen Jäger in eben dem kleinen Wald nahe der belgischen Stadt Brasschaat. Man hatte ihn an den Beinen an einer uralten Eiche aufgehängt, und um seinen blutbespritzten Leichnam kreisten und krächzten die erstaunten Krähen: „Karrr! Was macht denn dieser Mann hier? Und was ist denn das für ein Mann, wenn er kein Glied hat?!“ ...
Ich habe gesagt, dass du deinem Schicksal nicht entkommst.
Diese E-Mail-Adresse blockiere ich jetzt. Also, alte Fischhaut, antworte mir nicht, du lächerlicher Schreibfritz. Gib dir keine Mühe!
Ich wollte es so und hab dir die ganze Wahrheit vorgekrächzt, wie diese schwarzen Krähen. Vielleicht hilft's irgendwem ...
Ach, alte Fischhaut, jetzt weine ich, mir krempelt sich das Unterhemd um!

Mit Hochachtung an dich, Fischhaut-Micho
Jeanne d'Arc

Anmerkung des Autors:
Eingegangen in georgischer Sprache, geschrieben in lateinischer Schrift.


Übersetzung: © 2012 Joachim Britze


Joachim Britze stellt uns den georgischen Autor Micho Mossulishvili vor. • MATRIX 3/2016 (45) • © Matrix - Zeitschrift für Literatur und Kunst

Rezensionen für der Bücher von Micho Mossulischwili

Wie cann man in Deutschland fliegen?

Rezension des Schelmenromans ,,Flug ohne Fass“ von Micho Mossulischwili, der in den Jahren 2001- 2011 in Georgien zweimal aufgelegt wurde


Die Handlung dieses pikaresken Romans spielt in vier Ländern: in Deutschland, in der Schweiz, in Nigeria und in Georgien. Ungeachtet des komplizierten Genres ist diese Erzählung lebenslustig und leicht lesbar. In ihr wird das halblegale Dasein dreier georgischer Emigranten in deutschen Flüchtlingslagern und allgemein in Deutschland beschrieben. Die Handlung spielt in der Gegenwart. Der Autor hat seinen Roman witzig ein „Lehrbuch“ genannt. Ein Lehrbuch für die, die in ihren armen Ländern gesetzwidrig handeln und auf solche Lebensart auch in Deutschland nicht verzichten mögen.

Flüchtlingslager sind Orte, wo Menschen verschiedener Konfessionen und Nationalitäten kriminelle Gruppierungen und z.B. Vermittlergruppen bilden, die Drogenmafia mit Drogenabhängigen verbinden. Das Verhalten der Helden ist sehr einfach und primitiv, ihr Leben ist ein Kampf um Drogen. Der Autor beschreibt das Dasein seiner Helden ironisch. Der Stil der Erzählung ist bisweilen episch und gleicht der ,,Odyssee” des Homer. Der Autor verwendet außerdem rabelaissche Motive, dichterische Satire und Humor.

Der Titel des Romans ist eine Anspielung an Goethes ,,Faust”. Um wegzufliegen benutzen Mephistopheles und Doktor Faust ein Fass aus Auerbachers Keller, aber für unsere Helden ist für einen solchen Flug auch ein amerikanischer ,,Joint” genug. Während der Reise treffen sie die Seelen ihrer Vorfahren, die in Deutschland in derselben Gegend wirkten (Grigol Robakidse, Konstantine Gamsachurdia, David Guramischvili). In Weimar werden die Skulpturen von Goethe und Schiller wieder lebendig und an der Diskussion nimmt auch der Stammvater der nigerianischen Götter Olokun teil. Beim Aufstieg in der Hierarchie der Drogenmafia erscheinen als Kumpane der georgischen Emigranten äußerst charmante, selbständige, ein wenig komische, aber auch gefährliche nigerianische Gauner.

Zum Schluss endet die Tätigkeit der internationalen Gaunergruppe mit einem Misserfolg. Der romantischen Gaunerei hat sich das deutsche Gesetz entgegengestellt und die Asylanten wurden in ihre Heimat abgeschoben. So wird klar, dass Deutschland kein ideales Land ist, weil Gauner in Deutschland ihre Kumpane haben und außerdem die westliche Zivilisation nicht erschüttert werden kann. Die an der Grenze von Tragödie und Satire balancierende Erzählung des Romans besteht aus unterschiedlichen und klaren Bewusstseinsströmen, die jeweils die einzelnen Helden kennzeichnen (so Dito Kinkladse, Pupa Koguaschwili und Kacha Burnadse als georgische Gauner, Bozo Antschibua Oduduwua und Safa Tschuku Tschuku als nigerianische sowie Willi Sabellicus und Christian Schwerdtlein als deutsche Gauner und Marischka und Ananke als georgische und nigerianische Frauen).

Und was für den Autor besonders wichtig ist in dieser postmodernen Erzählung, in der alle Probleme – wie z.B der Antagonismus zwischen entwickelten und nicht-entwickelten Ländern, Globalismus und Antiglobalismus, Feminismus und Antifeminismus, harmonische Existenz der sexuellen Minderheiten und Mehrheiten – in witzigen Aspekten behandelt werden: Der Mensch als Individuum und der Mensch als eigenartige Welt mit allen seinen Mängeln und seiner Würde ist ein Raum der Liebe, der den Autor im Roman wieder mit der Welt versöhnt. Trotz der Satire lässt der Autor die Leser sich in seine Helden verlieben. Und so setzen die Helden des Romans ihr Leben im Bewusstsein der Leser fort.

Daher denken wir begründete Hoffnung zu haben, dass dieser Roman in Westeuropa (und hier vor allem in Deutschland), aber auch in Nigeria und ähnlichen Ländern Erfolg haben wird.

Autor : Andro Enukidze - Theaterregisseur und Dramaturg

Aus dem Georgischen übertragen von Mzia Chkhartishvili und Joachim Britze


Ausgaben
* Micho Mossulischwili: Flug ohne Fass. Sulakauri, Tiflis 2001, ISBN 99928-914-2-4
* Micho Mossulischwili: Flug ohne Fass. Gumbati-2007, Tiflis 2011, ISBN 978-9941-0-3160-1


Figuren im Roman
* Dito Kinkladse (georgische gauner)
* Pupa Koguaschwili (georgische gauner)
* Kacha Burnadse (georgische gauner)
* Bozo Antschibua Oduduwua (nigerianische sowie)
* Safa Tschuku Tschuku (nigerianische sowie)
* Willi Sabellicus (deutsche gauner)
* Christian Schwerdtlein (deutsche gauner)
* Marischka (georgische Frauen)
* Ananke (nigerianische Frauen)


"Wascha-Pschawela"

8. Oktober 2011 - Gala (Literaturpreis) für biographische Buch "Wascha-Pschawela" von Micho Mossulischwili in der Kategorie "Bestes Handbuch"



Die Anmerkung für das Buch von Micho Mossulischwili "Wascha-Pschawela"
(Sachliteratur, eine Reihe Der Veranschaulichenden Lebensbeschreibungen vom Verlagshaus Pegasi, 2011 - ISBN 978-9941-9179-6-7)

Die Allgemeine Konferenz, durch seinen 35C/Resolution 72, genehmigte die folgende Liste von Jahrestagen, mit denen UNESCO in 2010-2011 (verzeichnet in der französischen alphabetischen Reihenfolge von Mitgliedstaaten) vereinigt wird:
(24) 150. Jahrestag der Geburt von Wascha-Pschawela, Schriftsteller (1861-1915) (Georgia)
Jahrestage, mit denen UNESCO in 2010-2011 vereinigt wird

150. Jahrestag der Geburt von Wascha-Pschawela, Schriftsteller (1861-1915):
Wascha-Pschawela (das Pseudonym von Luka Rasikaschwili, 1861-1915) war ein georgianischer Denker, Dichter und Schriftsteller. Die Dichtung von Wascha-Pschawela vertritt den Gipfel des neunzehnten Jahrhunderts georgianischer Realismus.
Er war im kleinen Pshavian Dorf von Chargali geboren. Er absolvierte das Priesterseminar von Lehrern und studierte Gesetz an der Sankt-Petersburger Universität. Wascha-Pschawela schrieb die meisten seiner Verse, Gedichte und Geschichten in der Nähe von seinem heimischen Dorf. Seine Arbeiten werden menschlichen Beziehungen zur materiellen Welt hauptsächlich gewidmet. Die nationalen epischen Arbeiten der georgianischen Dichtung im neunzehnten Jahrhundert und das Wiederaufleben des poetischen Epos werden auch mit seinem Namen verbunden. Heldentum, Tragödie und Menschheit definieren die epische Kreativität von Wascha-Pschawela. Seine Gedichte und Bericht-Geschichten werden in mehrere Sprachen weit übersetzt."
Das Feiern von Jahrestagen, mit denen UNESCO in 2010-2011, Broschüre, (Seite 68) vereinigt wird.

Dieser biografische Roman wird wir wissen, was man wie Wascha-Pschawela aussieht: von alten griechischen Mythologie-Charakteren Laocoon, der göttliche Dichter Homer und der Genie-Italienisch-Komponist Giuseppe Verdi...

Wir sehen, dass es leicht im Vergleich zu demselben Niveau in der Kreativität sein kann: Ovid, Goethe, Shakespeare, Robert Burns; aber wir sehen auch, wie das Original Wascha-Pschawela ist, und wie viel größt seine Bedeutung in der heutigen Welt sind, ob an der Konfrontation des Ostwestens beteiligt wird...

Das Buch "Wascha-Pschawela" (Und Phelypaea coccinea Blicke im Abgrund) zeigt neue Version des Lebens Wascha-Pschawela und einzigartiger Stil seines Denkens.

Die Entdeckung kann als die Beobachtung des Autors betrachtet werden, dass die fünf Epen von Wascha-Pschawela ("Aluda Ketelauri" (1888), "Bachtrioni" (1892), "Gastgeber und Gast" (1893), "Der Rächer des Bluts" (1897), "Der Schlangenesser" (1901)) auf dem Grundsatz Goldener Schnitt, so das beruhen, ähneln Gedichte den Arbeiten Alt und Renaissanceautoren.

Micho Mossulischwili behauptet, dass Wascha-Pschawela, der sich von der Tiefe der Kreativität der georgianischen Mythologie erhebt, die es ursprüngliches Ereignis auf dem Hintergrund der Literatur in der Welt macht und den Umfang der georgianischen Literatur bedeutsam vergrößern wird.



Wascha-Pschawela, Sachliteratur, eine Reihe Der Veranschaulichenden Lebensbeschreibungen vom Verlagshaus Pegasi, 2011 - ISBN 978-9941-9179-6-7

Figuren im Roman
* Wascha-Pschawela
* Ilia Tschawtschawadse
* Giuseppe Verdi
* Akaki Zereteli
* Ernest Hemingway
* Titsian Tabidze
* Johann Wolfgang von Goethe
* Anandavardhana
Und die anderen.



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